Braunkohlebagger

Unser grösstes, bisher gebautes fischertechnik-Modell war:

Der Braunkohlebagger

Aufgrund eines Zeitungsartikels fuhren wir beide 1986 mit dem PKW ins Rheinische Braunkohlenrevier, um dort ein Verfahren eines Braunkohlebaggers vom einem, ins andere Revier, zu beobachten.

Die Idee:
Als wir dort nachmittags ankamen fuhr der Bagger leider nicht mehr, aber das Gelände war freigegeben und so konnte man den Bagger aus nächster Nähe betrachten.
Es wurden einige Fotos gemacht und das riesige Gerät bestaunt.
Als wir später die entwickelten Fotos betrachteten kam uns die Idee, so etwas mal mit fischertechnik nachzubauen.

Probleme beim Nachbau:
Vom Anfang an war klar, dass dies kein kleines Modell werden würde. Da wir ein funktionsfähiges Modell bauen wollten, mussten einige Baugruppen groß genug sein, um funktionieren zu können.
Hierdurch ergab sich die Größe des Modells mit Abraumwagen von ca. 2 Metern Länge.

Nachdem wir die Funktionsweise des Schaufelrades erforscht hatten, gab es keine Möglichkeit es mit fischertechnik-Bausteinen nachzubauen.
Es wäre einfach viel zu gross geworden. Kurzerhand wurden Schaufeln aus Zinkblech gelötet und diese mit fischertechnik kombiniert.

Der Funktionstest mit feuchtem Sand lieferte gute Ergebnisse

Auch der Abtransport des Sandes vom Schaufelrad zum Drehpunkt desBaggers, durch einen Trichter hindurch und der Weitertransport zum Abraumwagen machten Konstruktionen aus Zinkblech notwendig. Die Förderbänder waren aus aufgeschnittenen Fahrradschlauch gefertigt, die am Ende mit Sekundenkleber für Gummi verklebt waren.

Da der Ausleger mit dem Schaufelrad wie beim Vorbild nicht abgelassen sondern
heruntergezogen wird, musste er hinten viel schwerer als vorne sein.
Durch das hohe Gewicht des Auslegers kamen wir schon hart an die Grenzen der Belastbarkeit der fischertechnik Statikbausteine.

Auch mit dem Fahrgestell des Baggers hatten wir Probleme, weil die 4 Kettenantriebe die Kraft nicht auf den Untergrund übertragen konnten und durchrutschten.
Später haben wir das Fahrgestell umgebaut und zusätzlich mit 4 Gummireifen versehen, das funktionierte dann recht gut.


Der Bau des Abraumwagens bereitete keine grösseren Probleme, das synchrone Fahren des Fahrgestells mit dem Bagger wurde durch eine Rutschkupplung realisiert.
Am Förderband tun 2 Motoren parallel ihren Dienst weil das hintere Förderband sehr lang ist. Die Höhe des Förderbandes ist wie beim Vorbild über eine Seilwinde einstellbar
.

Um den Bagger transportieren zu können ist der Ausleger mit wenigen Handgriffen abnehmbar.
Auch der Abraumwagen mit Förderband ist am Bagger nur eingesteckt und konnte entfernt werden.

Die Steuerung:
Wie bereits bei unserem Roboter sollte der Bagger per Hand, oder automatisch, über einen Computer zu steuern sein.
Zur vorhandenen bauten wir noch eine weitere Motorsteuerung zur Handbedienung der vielen Funktionen. An einigen Achsen wurden Drehimpuls-Geber gebaut, die mit dem C64 Computer verbunden waren. Über ein selbst geschriebenes Programm in BASIC konnte folgendes gemacht werden:

 Fahren vor / zurück
Ausleger heben / senken
Ausleger drehen
Schaufelradmotor ein / aus
Förderbänder ein / aus

Durch programmierte Wegelängen konnte so der komlette Baggerzyklus automatisch ablaufen.

Das Preisausschreiben:
Im Jahr 1987 schrieb die Firma fischertechnik einen Bauwettbewerb aus, bei dem jeder mitmachen konnte. Wir bewarben uns mit Fotos und einer Beschreibung unseres Baggers.
Es vergingen einige Monate und in der nächsten "FAN-CLUB" Zeitschrift lagen wir mit unserem Bagger schon unter den ersten 20 Bewerbern.
Nach einigen Wochen bekamen meine und auch Olivers Eltern einen seltsamen Anruf von der Firma fischertechnik. Mir wurde berichtet dass ich unbedingt dort zurückrufen sollte.
Nach dem Rückruf mit Herrn Mader von fischertechnik wurde uns klar, das wir den ersten Preis und somit eine einwöchige Reise nach New York gewonnen hatten,
wir konnten es einfach nicht glauben!

Auf der "spielaktiv"-Messe in Köln (nur 20km von uns entfernt) haben wir dann unseren Hauptpreis am 6.11.1988 entgegen genommen.
Zirka eine Woche vor Messebeginn wurden wir angerufen und gefragt, ob wir den Bagger auf der Messe für 3 Tage ausstellen könnten. Also fuhren wir am ersten Messetag, mit Bagger im Auto, nach Köln zur Messe und stellten dort, bei fischertechnik, aus.
Ein etwas mulmiges Gefühl hatten wir schon bei der Rückfahrt, unseren Bagger dort 2 Tage alleine zu lassen, aber es ist nichts passiert.
Am Tag der Preisverleihung haben wir uns auf der Messe ein wenig umgesehen. Es war ein tolles Gefühl dann später auf der Bühne zu stehen, und den Preis entgegen zu nehmen.

Der Preis:
Am 6. Mai 1989 flogen wir von Düsseldorf nach New York.
Dort wurden wir am Flughafen von einer Mitarbeiterin von fischertechnik Amerika, Andrea Kirby, abgeholt und zu unserem Hotel in Manhattan gefahren.
Es war ein tolles Erlebnis, morgens in Deutschland abzufliegen, und Nachmittags auf 5. Avenue spazieren zu gehen.

Fotogalerie

Für 2 Tage sind wir nach Washington geflogen um dort
die ganzen Sehenswürdigkeiten zu besuchen.
Alleine gelassen wurden wir dort nicht, die Mitarbeiterin
von fischertechnik hatte uns begleitet.
 

Die Tage in New York haben wir auf eigene Faust verbracht, es gab so viel zu sehen, dass wir jeden Tag ein volles Programm hatten und die Woche so schnell verging.
Noch heute erinnern wir uns gerne an diesen schönen Preis.
Er wird unvergesslich bleiben !